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Der Trockensommer 2018

Das Jahr 2018 war aus meteorologischer Sicht ein außergewöhnliches Jahr mit vielen Rekorden. Mit 2020 Sonnenstunden, einer Durchschnittstemperatur von 10,4°C (im Vergleich zu 8,2°C der Referenzperiode 1961-1990) und 590 l/m² Niederschlag anstelle von 789 l/m² (= 75% des Niederschlag-Klimawertes) zählte 2018 zu den sonnigsten, wärmsten und niederschlagsärmsten Jahren seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnung.
Der meteorologische Sommer (Juni -August) war nach 2003 der zweitwärmste Sommer seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen in 1881. Mit 19,3°C waren die Sommermonate 3°C wärmer als die des langjährigen Mittels von 1961-1990. Das kontinuierlich blockierende Hochdruckgebiet über Nordeuropa führte kontinentale warme und trockene Luft nach Deutschland und hielt atlantische Tiefs mit kühler und feuchter Luft ab. Deutschlandweit gab es von April bis August 2018 ein Niederschlagsdefizit von 150 mm. Noch trockenere Bedingungen gab es nur 1911 mit einem Niederschlagsdefizit von 160 mm im Zeitraum April bis August. Das Ausbleiben der Niederschläge 2018 hatte starke Auswirkungen auf die Bodenfeuchte. Gestartet mit feuchten Böden im Januar 2018, fielen im Juli und August die Werte vielerorts unter den für Weizen kritischen Bereich von 50 bis 60% nutzbarer Feldkapazität [%nFK]. Die schwierige Bodenfeuchtesituation wird am Beispiel von Weizen am 01. Juli und 01. August 2018 in Abbildung 1 sichtbar.

Bodenfeuchte Trockensommer 2018

Abbildung 1: Berechnete Bodenfeuchte [%nFK] für Weizen unter Verwendung der
                       Böden der BÜK1000, links: 01. Juli 2018, rechts: 01. August 2018.

 

Ein konkretes Beispiel des ausgeprägten Sommers 2018 waren Sandstürme, welche am 31.08.2018 in der Uckermark und in Mecklenburg-Vorpommern mehrfach beobachtet wurden. Es traten Windgeschwindigkeiten von fast 15 m/s (? Windstärke 7) auf (Abb. 2), welche starken bis steifen Wind bedeuteten. Die Kombination aus hohen Windgeschwindigkeiten und trockenen Böden begünstigte das Auftreten von Sandstürmen. Kritisch war unter solch hohen Windgeschwindigkeiten auch das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln. Weitere Informationen zum Sommer 2018 finden Sie in dem Bericht "2018 wärmster Sommer im Norden und Osten Deutschlands" (siehe unten) vom DWD.

Windmax

Abbildung 2: Tagesmaximum der Windgeschwindigkeit [m/s] in 10m Höhe am 31.08.2018

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